Regionale Energie kommunalpolitisch nutzen: Unser Konzept für Wirtschaft und Bürger im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Mecklenburg-Vorpommern produziert sauberen Strom im Überfluss, doch die Gewinne fließen ab und die Bürger zahlen drauf. Das Bündnis Sahra Wagenknecht beweist, dass es auch anders geht: wirtschaftlich vernünftig und sozial gerecht. Wir müssen Energie neu denken und begreifen. Mit dem praxiserprobten Regionalstrom-Modell bringen wir die Energie dorthin, wo sie gebraucht wird: zu den Handwerksbetrieben und den Menschen in unseren Gemeinden hier bei uns im Landkreis Ludwigslust-Parchim.
Das regionale Energiekonzept und seine Akteure
Das Modell bricht das Monopol der großen Energiekonzerne auf und verbindet Erzeuger und Verbraucher auf direktem Weg. Die Struktur basiert auf dem intelligenten Zusammenspiel zwischen dem Direktvermarkter Nordgrün, der den Strom von regionalen Wind-, Solar- und Biogasanlagen bündelt, und der regionalen Plattform Regio Grün.
Ein entscheidender Vorteil ist, dass beim Transfer keine Marge für Spekulanten anfällt. Nordgrün gibt den Strom ohne jeden profitorientierten Aufschlag weiter; es fällt lediglich eine reine Abrechnungspauschale an. Klassische Zwischenhändler und zusätzliche Mitverdiener fliegen somit komplett aus dem System.
Daraus ergeben sich faire Preise und Tarife für alle Beteiligten. Klassische Verbraucher erhalten einen transparenten, am Spotmarkt orientierten Tarif, der im Schnitt bei etwa 10 Cent für den reinen Energiepreis liegt. Zu viel gezahlte Überschüsse werden am Jahresende direkt an die Kunden rückvergütet. Für Großkunden mit einem Verbrauch von über 100.000 Kilowattstunden gibt es spezielle Tarife, mit denen sie die günstigen Minuspreis-Zeiten am Spotmarkt flexibel und direkt ausnutzen können. Unter dem Namen Lewitz-Energie agiert dieser regionale Anbieter bereits äußerst erfolgreich im gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim und zeigt tagtäglich, dass das Konzept in der Praxis funktioniert.
Die Rolle von Kommunen, Stadtwerken und Bürgern
Dieses Modell stärkt die kommunale Selbstverwaltung und macht unsere Region unabhängig von externen Einflüssen. Um das System stabil und geschützt aufzubauen, läuft die Beteiligung als Anteilseigner primär über starke, unabhängige Kommunen und Stadtwerke. Stadtwerke können Anteile an der Plattform zeichnen, beispielsweise bis zu 100.000 Euro. Lokale Erzeuger, die selbst Energie ab einer Leistung von 150 Kilowatt produzieren, steigen als Treuhänder mit einer einmaligen Einlage von nur 1.500 Euro ein. Reine Verbraucher ohne eigene Erzeugung müssten sonst 50.000 Euro einlegen. Deshalb ist es die politische Idee des BSW, die Beteiligung über die Gemeinden laufen zu lassen, um die Bürger vor unbezahlbaren Eintrittshürden zu schützen.
Daraus ergeben sich massive Vorteile für die Gemeinden. Sie erhalten über das Tarifrecht eigene Tarifrechner, wie den von Lewitz-Energie. Die Kommunen können ihre Margen selbst bestimmen und eigene Dividenden erwirtschaften. Das macht sie unabhängig von restriktiver externer Förderpolitik. Zudem können die Strompreise für die eigenen Bürger über sogenannte Nullmargen oder gezielte Quersubventionierungen, zum Beispiel durch eine Sichtfeld-Regelung bei Windrädern, extrem günstig gestaltet werden.
Auch für die lokalen Stadtwerke bringt das Modell eine erhebliche Entlastung. Die übergeordnete Plattform übernimmt die komplette Lieferung, die administrativen Aufgaben und vor allem das Haftungsrisiko bei Zahlungsausfällen von Großkunden. Ein existenzielles Problem für Stadtwerke wird damit gelöst. Gleichzeitig bietet das Modell einen sicheren Schutz vor Großkonzernen. Die Satzung verhindert die Bündelung oder den Verkauf von Stimmen sowie den Beitritt von Großkonzernen. Die Macht bleibt zu einhundert Prozent in der Region.
Kritik an der aktuellen Infrastruktur und Politik in Mecklenburg-Vorpommern
Dass dieses Modell nicht schon flächendeckend umgesetzt wird, liegt an politischer Untätigkeit und den Blockaden durch die großen Netzbetreiber. Ein Hauptproblem ist das blockierte Mittelspannungsnetz. Der Regionalnetzbetreiber WMAG blockiert nach unseren Informationen durch eine Sperrminorität gezielt die Weiterentwicklung lokaler Stadtwerke, unter anderem durch feste Liefergrenzen bei 60.000 Kilowattstunden.
Das vorhandene Mittelspannungsnetz, das eigentlich die Bundesstraße des Stroms sein sollte, wird von den Konzernen primär dafür genutzt, den Strom in die Hochspannung Richtung Westen und in die Großstädte abzuleiten, statt regionale Energiezellen für lokales Wirtschaftswachstum in die Breite zu speisen. Das bremst das Wachstum vor Ort massiv aus. Großansiedlungen wie Rechenzentren oder moderne Fabriken scheitern im Landkreis Ludwigslust-Parchim oft an fehlenden Leitungen, obwohl die Energie physisch direkt vor Ort produziert wird.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den unzureichenden Gesetzesvollzug. Das europäische Entflechtungsgesetz schreibt bereits seit dem Jahr 2007 die strikte Trennung von Netzbetrieb und Energievertrieb vor. In Mecklenburg-Vorpommern wird dieses Gesetz politisch und wirtschaftlich bis heute nicht konsequent umgesetzt. Die etablierte Landespolitik schaut zu, anstatt im Sinne der Bürger durchzugreifen.
Wirtschaftliche Vernunft am Wahltag wählen
Das Konzept von Lewitz-Energie beweist, dass regionale Wertschöpfung keine Utopie, sondern gelebte Realität ist. Wir vom Bündnis Sahra Wagenknecht kämpfen im Landtag dafür, die Blockaden der Großkonzerne zu brechen und den Weg für günstigen Regionalstrom landesweit frei zu machen. Unterstützen Sie diesen wirtschaftlich vernünftigen Weg bei der Landtagswahl mit beiden Stimmen für das BSW.